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Tesla Model 3 Long Range der Generation Highland

Foto: Chanokchon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

16. Oktober 2026 · 11 Min. Lesezeit

Tesla Model 3 Wertverlust: 8.000 Euro in vier Monaten

8.000 Euro Listenpreissturz in vier Monaten, 19 Prozent Wertverlust allein 2024, 48,0 Prozent Restwert nach drei Jahren. Echte Zahlen über sieben Baujahre.

Kein anderes Elektroauto in Deutschland hat eine so lange Preisgeschichte wie das Tesla Model 3 – und keine ist so brutal. Ein Model 3 RWD kostete im Dezember 2022 noch 49.990 Euro. Vier Monate später stand dasselbe Auto bei 41.990 Euro. Heute beginnt die Baureihe bei 36.990 Euro. Dieser Artikel zeigt, was das mit den Restwerten gemacht hat – mit echten Zahlen über sieben Baujahre statt mit Prognosen.

Sieben Jahre Marktgeschichte in fünf Preisen

Beim Model 3 brauchst du keine Restwertstudie, um den Wertverlust zu verstehen. Es genügt die Entwicklung des Listenpreises – denn ein Gebrauchter wird immer gegen den heutigen Neupreis bewertet, nicht gegen den von damals:

ZeitpunktVarianteListenpreis
Februar 2019 (Marktstart)Standard Range Plus43.390 €
Dezember 2022Model 3 RWD49.990 €
April 2023Model 3 RWD41.990 €
Oktober 2023 (Highland)Model 3 RWD42.990 €
Februar 2026Model 3 Standard36.990 €

Mit 15.069 Neuzulassungen von Januar bis September 2026 liegt das Model 3 auf Platz 10 der meistverkauften Stromer – die komplette Rangliste steht in der Übersicht zu den beliebtesten E-Autos.

Die Preissenkungen 2023: der größte Einzeleffekt

Am 13. Januar 2023 senkte Tesla die deutschen Preise in einem Schritt: Model 3 RWD von 49.990 auf 43.990 Euro (minus 6.000), die Allrad-Version mit maximaler Reichweite von 59.490 auf 53.990 Euro, das Performance von 63.490 auf 60.990 Euro. Am 14. April 2023 folgte die zweite Runde: RWD auf 41.990 Euro, Long Range auf 50.990 Euro, Performance auf 54.990 Euro – letzteres also binnen drei Monaten um 8.500 Euro.

Wer im Dezember 2022 kaufte, verlor 8.000 Euro in vier Monaten – ohne einen Kilometer zu fahren. Die Gebrauchtpreise folgten unmittelbar: Nach AutoScout24-Daten lag der durchschnittliche Angebotspreis eines gebrauchten Model 3 im Februar 2023 bei 47.165 Euro, rund 12 Prozent unter dem Stand von September 2022. Im Kalenderjahr 2024 verlor das Model 3 weitere 19 Prozent, während der Durchschnitt aller Elektroautos nur 4 Prozent abgab. Das Model Y lag mit 17 Prozent ähnlich, siehe Tesla Model Y Wertverlust.

Der Mechanismus ist einfach und gilt heute genauso: Solange ein neues Model 3 Standard 36.990 Euro kostet, kann kein gebrauchtes Model 3 nennenswert darüber liegen. Dieser Deckel drückt die gesamte Gebrauchtpreisebene nach unten, unabhängig von Zustand, Laufleistung oder Ausstattung.

Was gebrauchte Model 3 heute kosten

Die folgenden Medianwerte stammen aus einer Marktbeobachtung bei AutoScout24 vom Mai 2026 (36 unfallfreie Privatangebote). Das sind Angebotspreise, keine erzielten Verkaufspreise – real wird meist darunter abgeschlossen. Die Restwert-Prozente sind unsere eigene Umrechnung gegen den damaligen Listenpreis:

GenerationBaujahr / AlterNeupreis → Median-AngebotRestwert
Standard Range Plus2019–2020 / 6–7 Jahre43.390 € → ca. 18.500 €≈ 43 %
Long Range vor Highland2021–2023 / 3–5 Jahreca. 57.000 € → ca. 23.700 €≈ 42 %
Highland Long Range2024–2025 / 1–2 Jahre51.990 € → ca. 41.200 €≈ 79 %

Eine Gegenprobe aus einer zweiten Datenbank zeigt, wie breit die Streuung ist: Dort liegt der Durchschnitt für Baujahr 2019 bei 23.104 Euro (Median-Laufleistung 117.000 Kilometer), für 2021 bei 29.282 Euro und für 2024 bei rund 41.158 Euro. Die Highland-Zahl deckt sich fast exakt, bei den älteren Baujahren liegt der Durchschnitt deutlich über dem Median – ein Hinweis darauf, dass einzelne gut ausgestattete Long-Range-Exemplare den Mittelwert nach oben ziehen. Verlass dich also nicht auf einen Punktwert.

Highland vor und nach: 17.500 Euro Unterschied

Zwischen dem Median eines Vor-Highland-Long-Range (23.700 Euro) und dem eines Highland-Long-Range (41.200 Euro) liegen rund 17.500 Euro. Teilweise ist das der Altersunterschied von zwei bis drei Jahren – aber eben nur teilweise. Das Facelift brachte neue Front und Heck, deutlich besseres Dämmungsniveau, Lenkstockhebel-Wegfall und ein überarbeitetes Interieur. Für den Markt ist das eine sichtbare Trennlinie, und der Vor-Facelift-Bestand steht seitdem dauerhaft auf der falschen Seite.

Umgekehrt gelesen ist das die gute Nachricht für aktuelle Besitzer: Die Highland-Fahrzeuge halten sich mit rund 79 Prozent nach ein bis zwei Jahren deutlich besser als alles, was davor kam. Der Grund ist derselbe wie beim Einbruch – die Listenpreise. Ein Highland-Käufer hat 2024 bereits den gesenkten Preis bezahlt und muss den Absturz von 2023 nicht noch einmal mitgehen.

Prognose: unsere Einschätzung

Die veröffentlichte Referenz ist die DAT-Prognose: 48,0 Prozent für das Model 3 RWD nach drei Jahren und 60.000 Kilometern. Das liegt unter dem Elektro-Durchschnitt des DAT-Reports 2026 (51,5 Prozent) und unter dem BMW i4 eDrive40 mit 52,5 Prozent.

Unsere eigene Einschätzung – keine Studie – für ein heute gekauftes Model 3 Standard zu 36.990 Euro, bei 15.000 Kilometern pro Jahr, unfallfrei und privat verkauft:

  • Nach 3 Jahren: 46 bis 54 Prozent. Etwas über der DAT-Zahl, weil der Einstiegspreis mit 36.990 Euro kaum noch Luft nach unten hat – der große Teil der Preissenkungen ist durch.
  • Nach 5 Jahren: 32 bis 40 Prozent. Hergeleitet aus dem realisierten Verlauf der Baujahre 2019 bis 2021 abzüglich des Sondereffekts von 2023.
  • Das größte Risiko bleibt Tesla selbst. Eine weitere Preissenkung oder ein zweites Facelift verschiebt die ganze Kurve über Nacht. Genau das ist 2023 passiert. Die Methodik dahinter steht unter Restwert berechnen.

Die drei Hauptkonkurrenten

Alle Prozentwerte in dieser Tabelle stammen aus derselben DAT-Prognose über drei Jahre und 60.000 Kilometer und sind dadurch untereinander vergleichbar:

ModellEinstiegspreisRestwert nach 3 Jahren
Tesla Model 3 RWD36.990 €48,0 %
Hyundai Ioniq 6 AWD45.550 €48,0 %
Polestar 2 Long Range57.690 €52,3 %
BYD Seal39.990 €keine Modellangabe

Der Hyundai Ioniq 6 liegt prozentual gleichauf, startet aber 8.560 Euro höher – absolut verliert er also mehr. Der Polestar 2 hat den besseren Prozentwert, ist mit 57.690 Euro aber in einer anderen Preisliga. Für den BYD Seal nennt die DAT keinen Modellwert; der Markenschnitt chinesischer Hersteller fiel in der Erhebung von 61 auf 47,2 Prozent – das ist das größere Risiko im Feld. Nach unten öffnet der Renault 5 E-Tech ab 26.290 Euro eine neue Preisklasse, die auch das Model 3 Standard unter Druck setzt.

Für Käufer

  • Pre-Highland ist die günstigste Elektromobilität im Markt. Ein Long Range für etwa 23.700 Euro bietet reale 400 Kilometer und Zugang zum Supercharger-Netz. Du kaufst aber die technisch ältere Generation.
  • Highland nur unter 36.990 Euro. Darüber ist der Neuwagen mit voller Garantie die bessere Rechnung.
  • Hohe Laufleistungen sind beim Model 3 unproblematischer als bei anderen. Die Batteriegarantie läuft 8 Jahre oder 192.000 Kilometer mit mindestens 70 Prozent Restkapazität. Wie sich Kilometer sonst auswirken, steht unter Kilometerstand und Wertverlust.
  • Baujahrspezifische Schwachpunkte prüfen. Dokumentiert sind MCU-Ausfälle bei frühen 2019ern, Fahrwerksgeräusche 2019 bis 2020, schwache Lackqualität bei Fremont-Fahrzeugen und Ausfälle der 12-Volt-Batterie bis Mitte 2021.

Für Verkäufer

  • Dein Kaufpreis spielt keine Rolle. Bewertet wird gegen 36.990 Euro Neupreis. Wer 2022 noch knapp 60.000 Euro bezahlt hat, muss diese Zahl aus dem Kopf bekommen.
  • Nicht auf eine Erholung warten. Der Verlauf 2023 bis 2024 zeigt, dass Tesla-Preise sprunghaft fallen, aber nicht zurückkommen. Zum Timing siehe bester Zeitpunkt zum Verkaufen.
  • Batteriezustand aus dem Fahrzeug auslesen und ins Inserat schreiben. Das ist beim Stromer der Ersatz für das Scheckheft, mehr unter Elektroauto-Wertverlust.
  • Bei Vor-Highland-Fahrzeugen zügig handeln. Dieser Bestand konkurriert inzwischen mit günstigen Kleinwagen wie dem Renault 5 – und verliert dabei den Preisvorteil, der ihn getragen hat.

Wie groß der Abstand zum vergleichbaren Verbrenner ausfällt, steht unter E-Auto gegen Verbrenner.

Quellen

  • KBA, Neuzulassungen Januar bis September 2026 – Tesla Model 3 15.069 Fahrzeuge, Platz 10 im BEV-Ranking
  • Tesla-Listenpreise Deutschland: Marktstart 2019 (Standard Range Plus 43.390 €, Long Range 55.400 €, Performance 66.100 €); Preissenkungen 13. Januar und 14. April 2023; Highland-Konfigurator ab Oktober 2023 (RWD 42.990 €, AWD 51.990 €); Model 3 Standard 36.990 € ab Dezember 2025
  • DAT-Restwertprognose, 3 Jahre / 60.000 km – Model 3 RWD 48,0 %, Ioniq 6 AWD 48,0 %, Polestar 2 Long Range 52,3 %, BMW i4 eDrive40 52,5 %
  • DAT-Report 2026 – Elektro 51,5 %, Benzin 62,7 % nach 3 Jahren; chinesische Marken von 61 auf 47,2 %
  • AutoScout24-Daten, zitiert von auto motor und sport – Model 3 minus 19 % im Kalenderjahr 2024, Model Y minus 17 %, Elektro-Durchschnitt minus 4 %
  • teslamag, 18. Februar 2023 (AutoScout24-Daten) – Model 3 gebraucht im Schnitt 47.165 €, rund 12 % unter September 2022
  • fahrzeugschein.de, Marktbeobachtung bei AutoScout24 vom 14. Mai 2026, 36 unfallfreie Privatangebote – Medianwerte 18.500 € / 23.700 € / 41.200 € nach Generation
  • AutoUncle-Marktdaten – Baujahr 2019 Durchschnitt 23.104 € bei 117.000 km Median, 2021 29.282 €, 2024 rund 41.158 €
  • Tesla-Batteriegarantie – 8 Jahre oder 192.000 km mit mindestens 70 % Restkapazität (Long Range AWD)

Methodische Einschränkung: Die Restwert-Prozente in der Gebrauchtwagen-Tabelle sind unsere Umrechnung aus damaligem Listenpreis und heutigem Angebotspreis – die Quellen nennen nur Euro-Beträge. Für den Long Range der Baujahre 2021 bis 2023 liegt uns kein einzelner verifizierter Listenpreis vor; wir rechnen mit rund 57.000 Euro als Mittel zwischen 55.400 Euro (Long Range 2019) und 59.490 Euro (Allrad mit maximaler Reichweite, Dezember 2022). Angebotspreise sind keine erzielten Verkaufspreise. Die DAT-Werte sind Prognosen, nicht gemessene Verkäufe.

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