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Ladepunkt für Elektroautos in Köln

Foto: CEphoto, Uwe Aranas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

16. Oktober 2026 · 11 Min. Lesezeit

Die 10 beliebtesten E-Autos 2026: Wertverlust im Vergleich

Prozent und Euro sind zwei verschiedene Ranglisten. Der Audi A6 e-tron liegt prozentual im Mittelfeld und kostet trotzdem rund 32.600 Euro – der VW ID.3 nur 14.800.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat von Januar bis September 2026 insgesamt 604.144 reine Elektroautos neu zugelassen, rund 27 Prozent aller Neuzulassungen. Zehn Modelle machen davon etwa 35 Prozent aus. Genau diese zehn stehen hier – nicht nach Verkaufszahl sortiert, sondern danach, was sie dich beim Wiederverkauf kosten. Und das ist eine völlig andere Rangliste.

Das Ranking: zehn Modelle, ein Drittel des Marktes

Die Zulassungszahlen sind amtlich und unstrittig. Sie sagen allerdings nichts über den Wertverlust – sie erklären nur, warum es für diese zehn Modelle überhaupt einen funktionierenden Gebrauchtmarkt gibt. Bei Modellen mit wenigen Tausend Zulassungen ist jede Restwertaussage Kaffeesatzleserei.

ModellNeuzulassungen Jan–Sep 2026Anteil aller BEV
Škoda Elroq30.8995,1 %
Tesla Model Y29.4644,9 %
VW ID.324.3524,0 %
Škoda Enyaq24.3444,0 %
VW ID.722.4723,7 %
VW ID.4 / ID.518.584 (gemeinsam)3,1 %
Mercedes CLA EQ17.4592,9 %
BMW iX117.3192,9 %
Audi A6 e-tron15.0712,5 %
Tesla Model 315.0692,5 %

Das KBA führt ID.4 und ID.5 in einer gemeinsamen Zeile, deshalb steht hier ein gemeinsamer Wert. Und eine Einordnung, die in der Berichterstattung oft fehlt: Der Erstplatzierte Elroq kommt auf gut fünf Prozent Marktanteil. Es gibt in diesem Markt keinen Modell-Monopolisten mehr.

Prozent oder Euro: zwei verschiedene Ranglisten

Jetzt die Zahlen, um die es eigentlich geht. Die folgenden Spannen sind keine Studie, sondern unsere Einschätzung – hergeleitet aus DAT-Report, Schwacke-Wertmeister, bähr & fess und den realisierten Marktpreisen der jeweiligen Baureihe. In den zehn verlinkten Modellartikeln steht für jedes Fahrzeug, aus welchen Ankern die Spanne entstanden ist.

Gemeinsame Annahmen für alle Zeilen: Erstzulassung heute, 15.000 Kilometer pro Jahr, unfallfrei, Serien- bis mittlere Ausstattung, Privatverkauf. Bezug ist der genannte Listenpreis der Basisversion. Wir nennen bewusst Spannen, keine Punktwerte.

ModellListe (Basis)Restwert nach 3 JahrenVerlust in Euro
VW ID.333.995 €53 – 60 %rund 14.800 €
Škoda Elroq37.890 €52 – 58 %rund 17.000 €
Tesla Model 336.990 €46 – 54 %rund 18.500 €
Tesla Model Y39.990 €50 – 57 %rund 18.600 €
VW ID.4 / ID.540.335 €42 – 48 %rund 22.100 €
BMW iX149.400 €50 – 56 %rund 23.200 €
Škoda Enyaq50.990 €44 – 50 %rund 27.200 €
Mercedes CLA EQ55.900 €42 – 52 %rund 29.700 €
Audi A6 e-tron64.450 €46 – 53 %rund 32.600 €
VW ID.754.505 €keine Prognosesiehe unten

Der Euro-Betrag ist die Mitte der jeweiligen Spanne, nicht ihr schlechtester Rand. Und er zeigt, warum Prozentwerte allein in die Irre führen: Der Audi A6 e-tron liegt mit 46 bis 53 Prozent im Mittelfeld der Tabelle und ist trotzdem der teuerste Wertverlust des ganzen Feldes – weil derselbe Prozentsatz auf 64.450 Euro angewendet wird. Umgekehrt steht ID.4 / ID.5 prozentual am Ende der Tabelle, kostet dich in Euro aber 10.500 Euro weniger als der Audi.

Ein Prozentpunkt ist beim Audi A6 e-tron 645 Euro wert, beim VW ID.3 nur 340 Euro. Wer zwei Autos vergleichen will, muss den Verlust in Euro rechnen – der Prozentwert vergleicht nur, wie gut ein Modell seinen eigenen Preis hält. Wie du das für dein Auto konkret ausrechnest, steht unter Restwert berechnen.

Der Sonderfall VW ID.7

Für den ID.7 gibt es keine veröffentlichte Restwertprognose und wir stellen auch keine auf – die Preisbewegung der Baureihe ist zu unruhig. Was es gibt, sind realisierte Angebotspreise einzelner Fahrzeuge: Ein Pro von Dezember 2023 mit rund 8.000 Kilometern stand bei 40.485 Euro gegen etwa 60.000 Euro Konfigurationspreis, ein GTX von Mai 2025 mit 9.318 Kilometern bei 47.480 Euro gegen 73.600 Euro Liste. Das sind 19.515 beziehungsweise 26.120 Euro – bei Fahrzeugen, die praktisch nicht gefahren wurden.

Das ist kein Prognosewert und darf nicht mit den Spannen oben in eine Zeile gestellt werden. Es ist etwas anderes, und für Käufer sogar etwas Besseres: ein belegbares Preisniveau. Die Einzelfälle stehen im ID.7-Artikel.

Nach fünf Jahren

Dieselben Annahmen, 75.000 Kilometer. Fünf Jahre sind die Grenze, an der bei Elektroautos der Technikwechsel durchschlägt – also 800-Volt-Architektur, Ladeleistung und Software-Generation des dann aktuellen Modells.

ModellRestwert nach 3 JahrenRestwert nach 5 Jahren
VW ID.353 – 60 %40 – 48 %
Škoda Elroq52 – 58 %38 – 45 %
BMW iX150 – 56 %36 – 43 %
Tesla Model Y50 – 57 %34 – 43 %
Audi A6 e-tron46 – 53 %33 – 40 %
Tesla Model 346 – 54 %32 – 40 %
Škoda Enyaq44 – 50 %29 – 36 %
Mercedes CLA EQ42 – 52 %28 – 38 %
VW ID.4 / ID.542 – 48 %27 – 34 %

Zwei Dinge fallen auf. Erstens bleibt die Reihenfolge nahezu stabil – wer nach drei Jahren gut dasteht, steht es auch nach fünf. Zweitens verliert kein Modell dieser Liste nach fünf Jahren weniger als die Hälfte seines Wertes. Der Gesamtmarkt liegt nach Erhebungen von bähr & fess bei 52 bis 56 Prozent Restwert nach fünf Jahren. Jedes einzelne dieser zehn Elektroautos liegt darunter.

Warum Elektro schlechter abschneidet als Benzin

Der DAT-Report 2026 nennt für dreijährige Fahrzeuge 51,5 Prozent Restwert bei Elektroautos und 62,7 Prozent bei Benzinern. Elf Prozentpunkte Abstand, und zwar nicht wegen der Batterie. Die Ursachen sind marktseitig:

  • Die Neuwagen-Rabatte. Wenn ein BMW iX1 fabrikneu mit 26 Prozent Nachlass im Markt steht, ist das die Preisobergrenze für jeden Gebrauchten. Der Listenpreis, auf den alle Prozentrechnungen Bezug nehmen, wird neu nie bezahlt.
  • Die Umweltbonus-Jahrgänge. Fahrzeuge der Baujahre 2020 bis 2023 wurden mit bis zu 9.570 Euro Förderung gekauft. Verglichen wird im Gebrauchtmarkt aber gegen den vollen Listenpreis – das erzeugt einen Teil des Verlustes rein rechnerisch.
  • Der Technikfortschritt. Ladeleistung und Reichweite verbessern sich pro Modellgeneration sichtbar. Beim Verbrenner tun sie das seit Jahren nicht. Ein vier Jahre alter Stromer ist technisch weiter weg vom Neuwagen als ein vier Jahre alter Diesel.
  • Die Leasingrückläufer. Elektroautos wurden überdurchschnittlich oft gewerblich geleast. Die dreijährigen Rückläufer der Rekordjahre treffen jetzt auf den Markt. Mehr dazu unter E-Auto gegen Verbrenner.

Was diese Zahlen nicht sagen

Drei Methodenfallen, an denen die meisten Vergleichstabellen im Netz scheitern – und die du kennen solltest, bevor du mit unseren Zahlen rechnest:

  • Angebotspreis ist nicht Verkaufspreis. Alle Marktzahlen aus Inseratsportalen sind Forderungen von Verkäufern. Was tatsächlich gezahlt wird, liegt darunter. DAT und Schwacke rechnen dagegen mit Händlereinkaufswerten – das sind drei bis vier Prozentpunkte weniger. Der Unterschied erklärt den größten Teil der Widersprüche zwischen Studien. Details unter Restwert, Zeitwert, Marktwert.
  • Drei Jahre bei 15.000 oder bei 20.000 Kilometern ist nicht dasselbe. Der Wertmeister rechnet mit 60.000 Kilometern in 36 Monaten, wir mit 45.000. Wer beide Werte in eine Tabelle mischt, produziert einen Scheinunterschied von mehreren Prozentpunkten.
  • Ein Nachfolger verschiebt die Kurve. Beim ID.4 und ID.5 ist der Nachfolger – der ID. Tiguan – seit Oktober 2026 im Vorverkauf. Beim iX1 ist für 2027 ein Generationswechsel berichtet. Solche Termine wirken auf den Gebrauchtmarkt, bevor das neue Auto überhaupt ausgeliefert wird.

Für Käufer

  • Das günstigste Auto ist nicht das wertstabilste – aber meist das billigste. ID.3 und Elroq gewinnen beide Ranglisten gleichzeitig, weil ein niedriger Einstiegspreis wenig Fallhöhe hat. Siehe wertstabile Autos 2026.
  • Erst den Aktionspreis des Neuwagens prüfen. Ein Jahreswagen ist nur dann ein Schnäppchen, wenn er unter dem rabattierten Neupreis liegt. Bei Elektroautos ist das überraschend oft nicht der Fall.
  • Batteriezustand in Prozent ins Angebot verlangen. Ein ausgelesener SoH-Wert ist beim Stromer das, was früher das Scheckheft war. Steht er nicht im Inserat, frag danach.
  • Der teure Wertverlust eines anderen ist dein Rabatt. Genau deshalb sind ID.7, CLA EQ und A6 e-tron als zwei Jahre alte Gebrauchte interessant – dort hat jemand anderes die größte Summe bereits bezahlt.

Für Verkäufer

  • Das erste Jahr ist der teuerste Abschnitt. Rund ein Viertel des gesamten Wertverlusts fällt dort an. Mehr unter Wertverlust im ersten Jahr.
  • Vor der Leasingrückläufer-Welle verkaufen. Wer 2027 oder 2028 mit einem dreijährigen Stromer in denselben Markt geht wie zehntausend Gewerbe-Rückläufer, verkauft gegen Angebotsdruck.
  • Sonderausstattung bekommst du nicht zurück. Der prozentuale Abschlag trifft auch den aufgepreisten Teil – siehe Sonderausstattung und Wertverlust.

Alle zehn Modelle im Detail

Jeder dieser Artikel nennt realisierte Marktpreise, die veröffentlichten Studienwerte, unsere eigene Spanne mit Herleitung – und jeweils drei konkrete Konkurrenten mit eigenem Beitrag:

  • Škoda Elroq – der Neuling auf Platz 1, Prognose 52 bis 58 Prozent
  • Tesla Model Y – bester Prognosewert am Markt laut bähr & fess, aber vier Varianten mit vier Kurven
  • VW ID.3 – das einzige Top-10-Modell mit sechs Jahren echter Historie
  • Škoda Enyaq – minus 51,7 Prozent in der Carvago-Auswertung, der schlechteste Wert des Konzerns
  • VW ID.7 – realisierte Verluste bis 26.120 Euro bei unter 10.000 Kilometern
  • VW ID.4 / ID.5 – prozentual Letzter, mit dem ID. Tiguan als Nachfolger im Vorverkauf
  • Mercedes CLA EQ – neue MMA-Plattform, 800 Volt, und trotzdem rund 29.700 Euro Verlust
  • BMW iX1 – nur drei Punkte hinter dem Verbrenner-X1, bei 26 Prozent Neuwagenrabatt
  • Audi A6 e-tron – Klassensieger im Wertmeister 2026 und zugleich der teuerste Verlust dieser Liste
  • Tesla Model 3 – 8.000 Euro Listenpreissturz in vier Monaten, sieben Baujahre dokumentiert

Wer über die Top 10 hinaus vergleichen will: Für die chinesischen Marken gilt eine eigene Dynamik, der DAT-Report sieht sie von 61 auf 47,2 Prozent gefallen – nachzulesen unter Wertverlust chinesischer Autos. Die allgemeine Mechanik hinter allen Zahlen steht unter Elektroauto-Wertverlust.

Quellen

  • Kraftfahrt-Bundesamt, Neuzulassungen Januar bis September 2026 – 604.144 batterieelektrische Pkw, rund 27 Prozent aller Neuzulassungen; Modellwerte der Top 10
  • DAT-Report 2026 – Restwert dreijähriger Fahrzeuge: Elektro 51,5 Prozent, Benziner 62,7 Prozent; chinesische Marken von 61 auf 47,2 Prozent
  • bähr & fess Analytics, Gesamtmarkt – 76 Prozent nach einem Jahr, 64 bis 66 Prozent nach drei, 52 bis 56 Prozent nach fünf Jahren
  • AUTO BILD / JD Power Schwacke, Wertmeister 2026 – Händlereinkaufswerte über 36 Monate und 60.000 Kilometer, Erhebung Mai bis Juli 2026
  • DAT-Restwertprognose 3 Jahre / 60.000 km – Tesla Model 3 RWD 48,0 Prozent, BMW i4 eDrive40 52,5 Prozent, Polestar 2 Long Range 52,3 Prozent
  • Carvago-Auswertung, berichtet von autohaus.de und ecomento (April 2026) – Basis Erstzulassung 2022 gegen Angebotspreise Q4 2025
  • Angebotspreise VW ID.7 – AUTO BILD-Gebrauchtwagenchecks Pro (12/2023, rund 8.000 km, 40.485 Euro) und GTX (05/2025, 9.318 km, 47.480 Euro)
  • Prozent- und Euro-Spannen in den Prognose-Tabellen – eigene Einschätzung des Restwert-Assistenten, keine Studie; Herleitung je Modell im verlinkten Artikel
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