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21. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit
Mercedes EQA Wertverlust: Auslaufmodell mit Nachfolger
Produktionsende März 2026, der elektrische GLA steht davor: Gebrauchte EQA liegen unabhängig vom Baujahr bei rund 34.000 Euro. Der härteste Fall im E-Markt.
Der Mercedes EQA ist der härteste Fall, den der Gebrauchtmarkt für ein Elektroauto kennt: ein Auslaufmodell mit bereits angekündigtem Nachfolger. Die Produktion der Baureihe H 243 läuft laut AUTO BILD bis März 2026 aus, der elektrische GLA steht in der zweiten Jahreshälfte 2026 davor – und gebrauchte EQA liegen unabhängig vom Baujahr bei einem Angebotspreis um 34.000 Euro. Hier stehen die Zahlen, die Ursachen und was das für dich bedeutet.
Marktstart und Neupreis
Der EQA kam im Februar 2021 in die Preisliste, gebaut wird er seit Januar 2021 in Rastatt. Der EQA 250 startete bei 47.540,50 Euro. Weil der Netto-Listenpreis unter 40.000 Euro lag, war bis zu 9.570 Euro Innovationsprämie möglich – effektiv zahlten Erstkäufer also rund 38.000 Euro. Das verzerrt jede Prozentrechnung bis heute: Der Verlust gegen den Listenpreis ist größer als der Verlust gegen das, was tatsächlich bezahlt wurde.
Technisch ist der EQA ein elektrifizierter GLA, kein eigenständiges E-Auto. Im Herbst 2023 gab es ein Facelift, im Januar 2025 ersetzte der EQA 250+ mit 70-kWh-Akku die Basisversion. Aktuell führt AUTO BILD für die Progressive-Ausstattung 51.610 Euro (EQA 250+), 53.520 Euro (EQA 300 4Matic) und 56.424 Euro (EQA 350 4Matic). Die InsideEVs-Modellübersicht führt den EQA inzwischen als nicht mehr konfigurierbar.
Was der Gebrauchtmarkt aktuell zeigt
Eine veröffentlichte Restwertprognose speziell für den EQA ist uns nicht bekannt. Was es gibt, sind beobachtete Angebotspreise – Einzelfälle und Marktbänder, keine Durchschnitte aus einer Erhebung:
| Variante | Erstzulassung / km | Liste → Angebot | Verlust |
|---|---|---|---|
| EQA 250 Progressive Advanced | 08/2023 / 9.819 km | 58.137 € → 32.400 € | ≈ 44,3 % |
| EQA 250 (Baujahr 2022) | ca. 4 Jahre | 47.540 € → ca. 31.990 € | ≈ 33 % |
| EQA 350 (Baujahr 2022) | ca. 4 Jahre | 56.423 € → 37.980 bis 41.581 € | ≈ 26 bis 33 % |
| EQA, gesamter Markt | 2021 bis 2024 | Median-Angebot 33.960 € | – |
Drei Einschränkungen gehören dazu. Das 44,3-Prozent-Beispiel ist laut Inserat nicht unfallfrei, ein reparierter Schaden erklärt einen Teil des Abschlags. Als Referenz für die Baujahr-2022-Fahrzeuge nutzen wir die belegten Listenpreise von 2021 und Mai 2022 – wer Extras bestellt hat, hat mehr bezahlt, der echte Verlust ist also größer. Und das sind Angebotspreise, keine Verkaufspreise: Was ein Händler am Ende nimmt, liegt darunter, der Einkaufswert noch deutlich darunter.
Prognose: unsere Einschätzung
Annahmen: EQA 250+ Progressive, Listenpreis 51.610 Euro, Erstzulassung 2025 oder 2026, 15.000 Kilometer pro Jahr, Händler-Einkaufswert (also die Basis, die DAT und Schwacke verwenden). Das ist eine Spanne, kein Punktwert:
- Nach 3 Jahren / 45.000 km: 42 bis 48 Prozent Restwert, also rund 21.700 bis 24.800 Euro. Der Verlust liegt damit bei 26.800 bis 29.900 Euro oder etwa 745 bis 830 Euro pro Monat.
- Nach 5 Jahren / 75.000 km: 28 bis 34 Prozent, also rund 14.500 bis 17.500 Euro.
Hergeleitet haben wir das so: Der DAT-Report 2026 nennt für dreijährige Elektroautos 51,5 Prozent Restwert, für Benziner 62,7 Prozent. Der Klassenbeste bei kompakten bis großen SUV liegt laut Wertmeister-Auswertung von JD Power Schwacke bei 57,7 Prozent (BMW iX3 40 RWD, 36 Monate, 60.000 Kilometer). Wir setzen den EQA bewusst unter den Elektro-Durchschnitt, weil drei Dinge zusammenkommen: Auslaufmodell, Nachfolger mit deutlich besserer Ladetechnik, laufender Sicherheitsrückruf. Zum Niveau im Segment siehe Elektroauto-Wertverlust und die Übersicht zum Wertverlust der beliebtesten E-Autos.
Modellzyklus und Technik
Der Nachfolger trifft den EQA an seiner schwächsten Stelle. Der elektrische GLA kommt laut Berichten von auto motor und sport und ecomento in der zweiten Hälfte 2026 auf der MMA-Plattform – derselben Architektur wie beim CLA EQ – mit 800-Volt-Technik. Der EQA lädt maximal mit 100 kW und braucht für 10 bis 80 Prozent rund 35 Minuten.
Dazu kommt der Rückruf. Das Kraftfahrt-Bundesamt führt für EQA und EQB der Baujahre 2021 bis 2024 die Aktion 16136R: Kurzschluss- und Brandgefahr in der Hochvoltbatterie, eingestuft als "ernste Gefahr". Betroffen sind laut ADAC 51.729 Fahrzeuge weltweit, davon 4.677 in Deutschland. Vor dem Batterietausch war ein Software-Update der Behelf, das das Schnellladen um 10 bis 15 Minuten verlängerte. Wer gebraucht kauft, prüft die Rückrufhistorie; wer verkauft, muss damit rechnen, dass Käufer den Posten einpreisen.
Einordnung gegen die direkten Rivalen
| Modell | Einstiegspreis | Einordnung |
|---|---|---|
| Mercedes EQA 250+ | 51.610 € | Auslaufmodell, 100 kW DC, Rückruf offen |
| BMW iX1 eDrive20 | 49.400 € | laufende Baureihe, stärkster Rivale im Segment |
| Volvo EX30 | 34.990 € | deutlich günstiger, kleiner, drückt von unten |
Der BMW iX1 ist der Vergleich, der für den EQA am unangenehmsten ausgeht: ähnlicher Preis, keine Auslauf-Diskussion. Der Volvo EX30 greift von unten an. Innerhalb der Marke zeigt der Mercedes CLA EQ, wie die Nachfolgetechnik aussieht – und dass das Auslaufthema nicht nur den EQA betrifft, zeigt der Mercedes EQE.
Für Käufer und Verkäufer
- Käufer: Rückruf 16136R schriftlich klären. Batterietausch erledigt, teilerledigt oder offen? Das ist bei diesem Modell die wichtigste Frage überhaupt.
- Käufer: Batteriezustand in Prozent auslesen lassen. Beim EQA doppelt relevant, weil das Übergangs-Software-Update die nutzbare Kapazität beeinflusst hat.
- Käufer: nicht das Baujahr bezahlen. Das Facelift 2023 brachte keinen neuen Akku – den 70-kWh-Speicher gibt es erst mit dem EQA 250+ ab Januar 2025. Der Aufpreis für den jüngeren Jahrgang ist am Markt kleiner, als die Inserate suggerieren.
- Verkäufer: nicht auf den GLA-Start warten. Sobald der Nachfolger in den Showrooms steht, verschiebt sich die Referenz – siehe bester Zeitpunkt zum Autoverkauf. Und der eigene Kaufpreis ist irrelevant: Wer 58.137 Euro konfiguriert hat, konkurriert gegen eine Liste ab 51.610 Euro und gegen rund 750 andere EQA im Angebot.
Das Verbrenner-Pendant – der GLA mit Benziner und Diesel – mit allen Zahlen steht unter Mercedes GLA Wertverlust.
Quellen
- mbpassion.de und electrive.net, 04.02.2021 – Bestellstart EQA 250 ab 47.540,50 €, Innovationsprämie bis 9.570 €; electrive.net, 17.05.2022 – EQA 350 4Matic 56.423 €
- AUTO BILD, Modellseite EQA – Liste 51.610 / 53.520 / 56.424 €, Produktion H 243 bis März 2026, 70-kWh-Akku, bis 561 km WLTP, 100 kW DC
- InsideEVs, Modellübersicht EQA – nicht mehr konfigurierbar, Nachfolger elektrischer GLA auf MMA-Basis; auto motor und sport und ecomento.de – GLA EQ in der zweiten Hälfte 2026 mit 800 Volt (berichtet)
- AUTO BILD, Gebrauchtwagenmarkt EQA – EZ 08/2023, 9.819 km, 32.400 € gegen 58.137 € Liste, Fahrzeug nicht unfallfrei; rund 750 Fahrzeuge im Angebot
- AutoScout24 und 12gebrauchtwagen, Oktober 2026 – Median-Angebotspreis 33.960 €, typische Spanne 30.995 bis 37.900 €, Baujahr 2022 rund 31.990 €
- ADAC und KBA-Rückrufaktion 16136R – Hochvoltbatterie EQA/EQB 2021 bis 2024, 51.729 Fahrzeuge weltweit, 4.677 in Deutschland, "ernste Gefahr"
- DAT-Report 2026 – dreijährige Fahrzeuge: Elektro 51,5 %, Benzin 62,7 % Restwert
- AUTO BILD und JD Power Schwacke, Wertmeister 2026 – BMW iX3 40 RWD 57,7 % nach 36 Monaten / 60.000 km als Klassenbester der kompakten bis großen SUV
Die Marktzahlen sind eine Stichprobe aus Gebrauchtwagen-Inseraten im Oktober 2026, kein statistischer Durchschnitt. Die Prozentspannen für 3 und 5 Jahre sind unsere Einschätzung aus Segment-Benchmark und Modellspezifika – für den EQA gibt es keine uns bekannte veröffentlichte Einzelprognose.
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